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Das Wisent

Einst streiften Wisente durch weite Teile des europäischen Festlands. Schrumpfende Lebensräume und Jagd führten ab dem 11. Jahrhundert zum Rückgang der Wisent-Populationen. 1919 wurde der letzte Flachland-Wisent in Europa erschossen, 1927 folgte der letzte Berg-Wisent im Kaukasus. Damit waren freilebende Wisente ausgerottet.

Trotzdem kehrt Europas letztes Wildrind heute zurück in seinen ursprünglichen Lebensraum. Internationalen Zucht- und Wiederansiedlungsprojekten sowie dem strengen Schutzstatus in vielen Ländern Europas ist es zu verdanken, dass der Wisent- Bestand heute weltweit wieder mehr als 7.200 Tiere umfasst. Auch der WWF setzt sich für die Rückkehr der Wisente ein.

Faszination Wisent
Wisente sind genügsame und ruhige Tiere, dabei aber sehr neugierig. Sie sind das letzte noch in Europa vorkommende Wildrind. Fast zwei Meter groß, bis zu drei Meter lang und bis zu einer Tonne schwer können sie werden. Sie sind die etwas schlankeren und hochbeinigeren Vettern der amerikanischen Bisons.
Wisente ernähren sich pflanzlich und sind sogenannte Megaherbivore – also Großpflanzenfresser. Ihr enormer Nahrungsbedarf nimmt Einfluss auf die Vegetation: Wisente halten Flächen wie Wiesen oder Heiden offen und sorgen im Wald für Lichtungen und Sonneneinstrahlung bis zum Boden.
In der so geschaffene Strukturvielfalt finden verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen neuen Lebensraum. Wisente tragen damit zur biologischen Vielfalt bei.

Ihr Bestand ist (noch) nicht gesichert
Obwohl die Wisent-Populationen in Europa wachsen, ist ihr Fortbestand keineswegs gesichert. Die größte Bedrohung für die Wildrinder ist nach wie vor die Zerstörung ihres Lebensraums. Die wenigen Gebiete, die Wisenten in Europa noch bleiben, sind zudem stark fragmentiert, was einzelne Herden voneinander isoliert und genetischen Austausch zwischen ihnen verhindert.
Genau das ist jedoch überlebenswichtig für die Art: Durch ihre Ausrottung im vergangenen Jahrhundert sind sämtliche lebende Wisente auf nur 12 Gründertiere zurückzuführen. Der Genpool ist damit stark eingeschränkt. Inzucht und erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und Parasitenbefall sind die Folge – mit oft tödlichen Konsequenzen für ganze Populationen.




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